Beschreibung:
Die Süd-Tiroler Freiheit hat in den letzten Jahren zahlreiche Initiativen im Sportbereich unternommen. Diese umfassten u.a. eine Anfrage im EU-Parlament bezüglich Länder, die – trotz fehlender politischer Souveränität – an internationalen Sportwettbewerben teilnehmen dürfen, weiters Beschlussanträge zur Aufnahme Süd-Tirols bei UEFA und FIFA, zu Spitzensportlern in den Landesdienst (der Landeshauptmann hat versprochen, dass er dies in Rom selbst einfordern werde), zu einer Gesamttiroler Fußballmeisterschaft der Amateure, zu einer Gesamttiroler Sportlerehrung sowie zu neutralen Trikots für unsere Sportler. Darüber hinaus hatte die Süd-Tiroler Freiheit eine Aussprache mit Spitzenfunktionären des Verbandes der Sportvereine Süd-Tirols (VSS) zu aktuellen Themen, und zwar: Meinungsumfrage unter Süd-Tirols Olympiateilnehmern in Sotschi mit dem Ergebnis, dass diese mit der derzeitigen Situation im italienischen Wintersportverband unzufrieden sind; drastische Einsparungen beim Sport im Landeshaushalt; Privatisierung des sportmedizinischen Dienstes; Landessportzentrum; Nationalbewusstsein der Süd-Tiroler Sportler; doppelte Staatsbürgerschaft, mit der die Süd-Tiroler Athleten auch für Österreich antreten könnten.
Dass kleine Länder, mit oder ohne staatliche Souveränität international auftreten dürfen und sensationelle Erfolge feiern können, beweisen folgende Beispiele:
Curacao gehört zum Königreich der Niederlande: Der karibische Zwergstaat Curacao, hat sich sensationell für die Fußball-WM 2026 qualifiziert und damit einen Rekord aufgestellt. Noch nie hat ein Land mit weniger Einwohnern das Ticket zur Weltmeisterschaft gelöst. Ein 0:0 in Jamaika reichte der kleinen Inselnation vor der Küste Venezuelas, um ungeschlagen Rang eins in der Gruppe B der CONCACAF-Qualifikation zu verteidigen und die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko zu fixieren.
Färöer-Inseln, welche zum Königreich Dänemark gehören: Die jüngste „Fußball-Sensation“ ist der unerwartete 2:1-Sieg der färöischen Nationalmannschaft gegen Tschechien in der WM-Qualifikation. Durch diesen Erfolg, der als einer der größten Siege in der Geschichte des Landes gilt, haben die Färöer-Inseln neue WM-Träume für 2026 entwickelt. Eine weitere Sensation war der Erfolg des Vereins Klaksvik, der sich 2023 als erster färöischer Verein für eine UEFA-Gruppenphase qualifizierte.
Island: Die größte EM-Sensation schrieb Island 2016, als das Team als krasser Außenseiter sensationell das Viertelfinale erreichte und das alles mit Einheimischen, die nebenbei noch einer geregelten Arbeit nachgingen. Ein Höhepunkt war der 2:1 Sieg gegen Favorit England im Achtelfinale was zu einer Welle der Freude und Jubelszenen führte.
Pünktlich zur Winterolympiade Mailand-Cortina 2026 kommt nun mit dem vorliegendem Beschlussantrag eine neue Initiative hinzu. Einen zusätzlichen Ansporn hierzu gibt der Medaillenspiegel der Süd-Tiroler Sportler. Sie tragen wesentlich zum Medaillenspiegel Italiens bei, insbesondere, was den Wintersport anbelangt!
In der Antwort der Landesregierung auf eine Landtagsanfrage der Süd-Tiroler Freiheit über den Anteil Süd-Tirols an besagtem Medaillenspiegel Italiens heißt es u.a.: „Für Welt- und Europameisterschaften sind die Daten nicht vollständig vorhanden. Bei den Olympischen Sommerspielen haben Südtirols Athleten bisher 13 Medaillen gewonnen, was 2,4 % des gesamten Medaillenspiegels Italiens ausmacht, jedoch bei den Olympischen Winterspielen sind es 39 Medaillen, was 34,2 % des gesamten Medaillenspiegels Italiens ausmacht“.
Diese Daten können ohne Weiteres als hervorragend bezeichnet werden. Wenn man nämlich bedenkt, dass der Bevölkerungsanteil Süd-Tirols in Italien gerade mal 0,83 % ausmacht, und wenn man das Verhältnis der Anzahl der Spitzensportler pro Einwohner betrachtet, stellen wir fest, dass Süd-Tirol im internationalen Vergleich im Spitzenfeld liegt. Besonders erfreulich sind die Ergebnisse im Wintersport, wobei einzelne Sportarten wie z.B. der Rodelsport oder Eisstocksport zur Gänze in Süd-Tiroler Hand sind.
Ein Dank für ihren hervorragenden Einsatz gilt daher allen Sportlern, Trainern, Funktionären, Sponsoren und nicht zuletzt den vielen tausenden freiwilligen Helfern, die mit ihren Erfolgen unseren Tiroler Landesteil in der ganzen Welt in einem positiven Licht erstrahlen lassen! Darüber hinaus hat Süd-Tirol schon mehrfach Organisations-Kompetenz bewiesen, und zwar bei der Ausrichtung von Sport-Großereignissen, insbesondere was den Wintersport anbelangt.
Nicht umsonst haben sich damals die Vertreter der internationalen Biathlon-Union (IBU) dafür entschieden, dass die Biathlon WM 2020 in Antholz ausgetragen werden konnte. Süd-Tirol hatte sich damit gegen eine starke Konkurrenz wie Oberhof in Deutschland, Pokljuka in Slowenien und Nove Mesto in Tschechien durchgesetzt.
Erstmals in der Geschichte des Weltcups gibt es für Süd-Tirol eine eigene Ski-Trophäe, wo die Rennen einer einzigen Region gewidmet sind. Süd-Tirol hat also die notwendigen Infrastrukturen, die notwendige Kompetenz zur Ausrichtung von Sportereignissen, die notwendigen Trainer, Funktionäre, Sponsoren und freiwilligen Helfer, die erfolgreichen Sportler und nicht zuletzt das sportbegeisterte Publikum.
Es herrschen somit ideale Voraussetzungen für folgendes großes Zukunftsprojekt: Die Süd-Tiroler Sportwelt muss grundlegend neu ausgerichtet und umstrukturiert werden. Süd-Tirol soll an internationalen Sportwettbewerben eigenständig und in den eigenen Landesfarben teilnehmen dürfen, so wie es auch für andere Länder ohne politische Souveränität bereits Realität ist.
Ein nicht zu unterschätzender Nebeneffekt mit eigenständigen Süd-Tiroler Sportverbänden wäre, dass die ständigen Provokationen und die regelmäßige Spaltung der Bevölkerung bei Sportveranstaltungen, wo Italien gegen Österreich oder Deutschland antritt, endlich der Vergangenheit angehören würden.




