Der Antrag des Team K im Gemeinderat von Brixen zur Einführung von Tempo 30 auf den Hauptverkehrsachsen in Milland, entlang der Mozartallee, der Plosestraße und am Rienzdamm ist aus Sicht der Süd-Tiroler Freiheit verkehrspolitisch nicht durchdacht und in der derzeitigen Situation klar abzulehnen.
Diese Strecken sind keine Nebenstraßen, sondern zentrale Lebensadern für Pendler, für den Berufsverkehr, für Gäste sowie für den gesamten Zubringerverkehr Richtung Lüsen, St. Andrä und Ploseberg. Solange keine leistungsfähigen Alternativen bestehen und die Südspange nicht umgesetzt ist, wird der Verkehr weiterhin hier durchrollen. Ein Tempolimit ändert nichts an dieser Tatsache. Es verlangsamt lediglich den Verkehrsfluss, mit unmittelbaren Folgen für Arbeitnehmer, Betriebe und Familien.
Wer Tempo 30 auf einer Hauptverkehrsachse fordert, ohne vorher Alternativen zu schaffen, betreibt keine nachhaltige Verkehrspolitik, sondern Symbolpolitik. Verkehr verschwindet nicht durch ein Schild. Er staut sich oder weicht in Wohngebiete aus, mit entsprechenden Belastungen für andere Stadtteile.
Hinzu kommt, dass auch im öffentlichen Nahverkehr keine ausreichenden Alternativen bestehen. Verbindungen aus einzelnen Fraktionen in die Industriezone sind nur teilweise vorhanden oder unzureichend abgestimmt. Gleichzeitig fahren auf anderen Linien großdimensionierte Busse mit minimaler Auslastung durch das Stadtgebiet. Das ist weder effizient noch gerechtfertigt.
„Wir werden daher eine offizielle Anfrage zur tatsächlichen Auslastung des Citybusses und zur Bedarfsplanung im öffentlichen Verkehr einbringen. Bevor neue Einschränkungen beschlossen werden, müssen bestehende Systeme funktionieren„, kündigt Gemeinderat Stefan Unterberger an.
Selbstverständlich ist Verkehrssicherheit ein zentrales Anliegen. Aber Sicherheit entsteht durch gezielte Maßnahmen an neuralgischen Punkten, durch bauliche Lösungen und durch ein schlüssiges Gesamtkonzept und nicht durch pauschale Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Hauptachsen ohne tragfähige Alternativen.
Solange strukturelle Lösungen fehlen, bedeutet Tempo 30 auf dieser Strecke eine zusätzliche Belastung für jene, die täglich auf diese Verbindung angewiesen sind.
Die Süd-Tiroler Freiheit in Brixen steht für eine realistische, wirtschaftlich verantwortbare und sachorientierte Verkehrspolitik, nicht für ideologische Schnellschüsse.
Stefan Unterberger, Gemeinderat der Süd-Tiroler Freiheit in Brixen



