Foto: Südtiroler Schützenbund/Alfred Stolzlechner
Die nationalistischen Entgleisungen des Landesrates Marco Galateo gegen Tirol-Schilder und identitätsbezogene Slogans sind laut der Süd-Tiroler Freiheit kein harmloser Appell an „Sachlichkeit“, sondern ein gefährliches Spiel mit der Geschichte Süd-Tirols. Wenn Galateo von „schweren und verantwortungslosen Provokationen“ spricht, verkennt oder verdrängt er bewusst, dass genau diese Rhetorik schon einmal benutzt wurde: Auch die Faschisten wollten den Namen Tirol auslöschen, Symbole verbieten und den Süd-Tirolern ihre kulturelle Identität absprechen. Alles, was nicht ins nationale Einheitsbild passte, wurde als Störung, Provokation oder Gefahr gebrandmarkt. Heute klingt es zwar „höflicher“, der Kern ist derselbe.
Wenn Landesrat Galateo schreibt: „Süd-Tirol braucht keine ideologischen Flaggen oder symbolischen Provokationen, sondern Verantwortung“, dann meint er in Wahrheit: weniger sichtbare Tiroler Identität der Süd-Tiroler, weniger Erinnerung an die gemeinsame Geschichte mit Tirol und Österreich, weniger Widerspruch gegen italienischen Nationalismus in Süd-Tirol. Doch Demokratie lebt nicht von verordneter Stille, sondern vom offenen Ausdruck kultureller und politischer Überzeugungen.
Besonders entlarvend ist dabei Galateos eigene Doppelmoral: Ausgerechnet er hat das offizielle Landeswappen Süd-Tirols mit der italienischen Tricolore verfremdet, entgegen den klaren Corporate-Design-Richtlinien des Landes. Was er selbst praktiziert, also staatliche Symbolik politisch aufzupfropfen, erklärt er bei anderen zur „Provokation“, sobald es um Tiroler Identität geht. Das ist keine Verantwortung. Das ist Macht über Symbole.
Wer Tirol aus dem öffentlichen Raum verdrängen will, bekämpft nicht Extreme, er bekämpft Geschichte, kulturelles Selbstverständnis und das Recht der Menschen, ihre Identität sichtbar zu leben. Süd-Tirol hat diese Phase schon einmal durchgemacht. Und genau deshalb reagieren viele heute so sensibel, wenn wieder versucht wird, Namen, Zeichen und Zugehörigkeit als „störend“ zu diffamieren.
Süd-Tiroler Freiheit – Freies Bündnis für Tirol



