In den vergangenen Jahren berichten Eltern zunehmend über psychische Überlastung, Erschöpfungszustände und Burnout-Erkrankungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Süd-Tirol. Leistungsdruck in Schule, Ausbildung und Beruf, soziale Belastungen sowie Unsicherheiten in der Lebensplanung scheinen immer häufiger zu schwerwiegenden psychischen Problemen zu führen.
Die Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit, Myriam Atz, hat daher eine umfassende Landtagsanfrage eingebracht, um Klarheit über das tatsächliche Ausmaß dieser Entwicklung zu erhalten und gezielte Maßnahmen einzufordern.
„Burnout bei jungen Menschen ist kein Randphänomen mehr, sondern ein ernstzunehmendes gesellschaftliches Warnsignal. Wenn Jugendliche bereits in Schule oder Ausbildung an ihre psychischen Grenzen stoßen, darf die Politik nicht wegschauen. Wir brauchen konkrete Zahlen, eine Analyse der Ursachen und vor allem konkrete Maßnahmen zur Entlastung und Prävention“, betont Myriam Atz.
Konkret möchte Atz wissen, bei wie vielen jungen Erwachsene in den vergangenen Jahren ein Burnout-Syndrom oder burnoutähnliche Erschöpfungszustände diagnostiziert beziehungsweise behandelt wurden. Darüber hinaus sollen die häufigsten Ursachen erhoben werden, darunter schulischer Leistungsdruck, berufliche Überforderung, prekäre Beschäftigung oder familiäre und soziale Belastungen.
Ein besonderer Fokus der Anfrage liegt auf möglichen Unterschieden zwischen den Schulstufen, dem deutschen, italienischen oder ladinischen Schulsystem sowie der Herkunft der Jugendlichen aus städtischen oder ländlichen Gebieten. Auch gilt es festzustellen, ob die Betroffenen tendenziell immer jünger werden.
Weiters erkundigt sich Atz nach den bestehenden Präventions- und Unterstützungsangeboten des Landes, deren Inanspruchnahme sowie nach der Evaluierung ihrer Wirksamkeit. Welche Maßnahmen setzt der Süd-Tiroler Sanitätsbetrieb zur frühzeitigen Erkennung psychischer Überlastung, insbesondere im schulischen und beruflichen Umfeld? Ist ein Ausbau psychologischer Betreuungsangebote für junge Menschen geplant?
Die Ergebnisse und Zahlen aus der Anfrage sollen den Ist-Zustand in Sachen Burnout bei Jugendlichen erheben, damit notwendige Maßnahmen zur Prävention und Betreuung ergriffen werden können.
Die Süd-Tiroler Freiheit fordert die Landesregierung auf, das Thema mit der notwendigen Priorität zu behandeln und gegebenenfalls rasch Unterstützungsangebote auszubauen.
Atz ist überzeugt, dass die Politik, die Wirtschaft und die Gesellschaft verstehen müssen, dass es nicht darum geht, junge Menschen in bestehende, veraltete Systeme zu pressen, sondern, dass das System flexibel an die Werte und Eigenschaften der jungen Menschen angepasst werden muss. Das bisherige System stellte das Wirtschaftswachstum in den Mittelpunkt. Nun ist es höchst an der Zeit, dass der Mensch und seine psychische und körperliche Gesundheit in den Mittelpunkt gerückt werden “, schließt Atz.
Myriam Atz, Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit



