Die Süd-Tiroler Freiheit hat im Süd-Tiroler Landtag eine schriftliche Anfrage zu den überlangen Wartezeiten bei Ansuchen um Pflegegeld eingebracht. Anlass ist der Fall einer Bürgerin, die bereits vor über drei Monaten um Pflegegeld für ihre 94-jährige Schwiegermutter angesucht hat. Die Frau erlitt einen Oberschenkelhalsbruch, leidet zusätzlich an schweren Hör- und Sehproblemen und ist seitdem rund um die Uhr auf Pflege angewiesen. Dennoch wurde der Familie mitgeteilt, dass die Bearbeitung des Antrages bis zu einem Jahr dauern könne.
Für die Süd-Tiroler Freiheit ist diese Situation untragbar. Gerade bei hochbetagten Menschen mit klar dokumentiertem Pflegebedarf müsse rasch und unbürokratisch gehandelt werden. Stattdessen zwingt das derzeitige System viele Familien dazu, monatelang auf eine Einstufung zu warten.
„Wenn Ärzte eindeutig bestätigen, dass eine Person nicht mehr alleine leben kann und rund um die Uhr Pflege benötigt, darf man Angehörige nicht ein Jahr lang warten lassen“, kritisiert der Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit, Sven Knoll. „In solchen Fällen braucht es schnelle Entscheidungen und keine bürokratischen Hürden.“
Besonders problematisch sei, dass die Kosten für Pflege und Betreuung in dieser Zeit häufig von den Angehörigen vorgestreckt werden müssen. Viele Familien geraten dadurch plötzlich in eine massive finanzielle Belastung. „Eine Pflegesituation entsteht oft von einem Tag auf den anderen. Angehörige müssen organisieren, Betreuung bezahlen und gleichzeitig monatelang auf eine Entscheidung warten. Das bringt viele Menschen an ihre finanziellen und emotionalen Grenzen.“
Die Süd-Tiroler Freiheit stellt daher die Frage, warum vorhandene ärztliche Gutachten von Fachärzten offenbar nicht ausreichen, um zumindest eine vorläufige Einstufung vorzunehmen. Gerade bei sehr alten oder nachweislich schwer pflegebedürftigen Personen müsse es möglich sein, schneller zu entscheiden.
„Es kann nicht sein, dass Familien manchmal so lange warten müssen, bis die betroffene Person gar nicht mehr lebt“, kritisiert die Bewegung. „Der Staat muss den Menschen in solchen Situationen helfen und darf sie nicht zusätzlich mit bürokratischen Verzögerungen belasten.“
Mit ihrer Anfrage will die Süd-Tiroler Freiheit unter anderem klären, wie lange die durchschnittlichen Wartezeiten aktuell sind, wie viele Ansuchen jährlich gestellt werden und welche Maßnahmen geplant sind, um die Verfahren künftig deutlich zu beschleunigen. Ziel müsse es sein, besonders bei hochbetagten und ärztlich eindeutig dokumentierten Fällen rasche und unbürokratische Entscheidungen zu ermöglichen.
L.-Abg. Sven Knoll, Süd-Tiroler Freiheit



