Am Mittwochabend kam es in einem Bus in Bozen zu einem Vorfall, der nicht nur eine körperliche Belästigung darstellt, sondern auch ein erschreckendes Beispiel für das Fehlen von Zivilcourage. Eine Frau wurde von einem stark alkoholisierten Mann ausländischer Herkunft während der Fahrt körperlich belästigt. Als dieser wiederholt versuchte, sie unangemessen zu berühren, reagierte die Betroffene sofort, schob seine Hand zurück und forderte ihn lautstark auf, sich wegzusetzen.
Was jedoch ebenso alarmierend war wie der Vorfall selbst, war das Verhalten der anderen Fahrgäste. Trotz des eindeutigen Schreis der Frau und der klaren Aufforderung an den Belästiger, sie in Ruhe zu lassen, blieben die ihr unbekannten Männer hinter ihr unbeteiligt, anstatt einzugreifen. Zwei Männer im vorderen Bereich des Busses, von denen einer die Frau gut kannte, blieben ebenfalls passiv und unbeteiligt. Auf die direkte Ansprache der Frau des ihr bekannten Mannes antwortete dieser, er hätte keinen Grund gesehen, einzugreifen.
Diese tragische Szene wirft die Frage auf, wo bleibt die Zivilcourage? Wo ist die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und zu handeln, wenn jemand in Not ist? Die Gesellschaft darf nicht länger schweigen, wenn Menschen belästigt werden oder in Gefahr sind. Gerade im öffentlichen Raum müssen wir uns fragen, wie weit wir bereit sind zu gehen, um die Grenzen des Anstands und des Respekts gegenüber anderen zu schützen.
„Ich kann mich wehren“, sagt die betroffene Frau, „aber was wäre gewesen, wenn ein jüngeres Mädchen in meiner Situation gewesen wäre? Hätte sie sich genauso zur Wehr setzen können?“
Es ist ein Aufruf an uns alle, nicht wegzusehen. Zivilcourage ist keine Selbstverständlichkeit – sie muss aktiv gezeigt werden. Es ist höchst an der Zeit, Mut zu fassen und einzugreifen, wenn wir Unrecht sehen. Es liegt in unserer Verantwortung, gemeinsam dafür zu sorgen, dass solche Übergriffe nicht unbeachtet bleiben.
Die Bewegung der Süd-Tiroler Freiheit
im Namen einer Süd-Tiroler Bürgerin



