Im Jahr 2025 wurden beim Amt für Landessprachen und Bürgerrechte 122 Beschwerden zum Sprachgebrauch registriert – davon 118 wegen Missachtung der deutschen Sprache, lediglich 4 wegen Verstößen gegen das Recht auf Gebrauch der italienischen Sprache. Das geht aus einer Landtagsanfrage des Abgeordneten Hannes Rabensteiner hervor. Diese extreme Schieflage ist bezeichnend – und sie nimmt weiter zu.
Noch gravierender ist jedoch, dass diese Verstöße de facto ohne Konsequenzen bleiben. In 14 Fällen ist die Bearbeitung noch offen, Angaben zu verhängten Strafen fehlen vollständig. Damit entsteht der Eindruck, dass die Missachtung der Zweisprachigkeit geduldet oder zumindest billigend in Kauf genommen wird.
Eine Auswertung der gemeldeten Fälle zeigt klar, wo die Probleme am größten sind:
Die meisten Verstöße 2025 (Auszug)
1. Südtiroler Sanitätsbetrieb (mit Abstand Spitzenreiter)
2. Trenitalia/RFI
3. Italienische Post AG
4. Agentur der Einnahmen
5. INPS/NISF
Bereits 2024 waren es dieselben Institutionen, die durch besonders viele Verstöße negativ auffielen: Sanitätsbetrieb, Bahn, Post und staatliche Einrichtungen zählen seit Jahren zu den Hauptverursachern der Beschwerden.
Der Landtagsabgeordnete und Mitglied des Einvernehmenskomitees, Hannes Rabensteiner, spricht von einem unhaltbaren Zustand: „Wenn 118 von 122 Beschwerden die deutsche Sprache betreffen, dann reden wir nicht mehr von Einzelfällen, sondern von einer systematischen Missachtung eines Grundrechts. Wer die Zweisprachigkeitspflicht ignoriert, darf nicht länger ohne Konsequenzen davonkommen. Es braucht endlich spürbare Strafen – alles andere ist ein Freibrief für weitere Verstöße.“
Die Zahlen machen deutlich, dass das Recht auf Gebrauch der Muttersprache in Süd-Tirol in zentralen Bereichen regelmäßig verletzt wird. Gleichzeitig fehlt es an Kontrolle und an der Bereitschaft, Verstöße konsequent zu ahnden.
Die Süd-Tiroler Freiheit fordert daher klare Sanktionen, verpflichtende Nachbesserungen und konsequente Kontrollen. Wer gesetzliche Verpflichtungen missachtet, muss dafür auch zur Verantwortung gezogen werden – alles andere untergräbt den Minderheitenschutz in Süd-Tirol.
Die Süd-Tiroler Freiheit fordert alle Bürger auf, deren Recht auf Gebrauch der deutschen Muttersprache verletzt wird, sich mit einer schriftlichen Beschwerde an das zuständige Amt für Landessprachen und Bürgerrechte zu wenden. Nur wenn die Beschwerden offiziell aufscheinen, kann sich künftig etwas ändern. E-Mail: landessprachen.buergerrechte@provinz.bz.it
Hannes Rabensteiner, Landtagsabgeordneter der Süd-Tiroler Freiheit




