Mit scharfer Kritik reagiert die Tiroler FPÖ-Landtagsabgeordnete und Südtirolsprecherin Gudrun Kofler, BA, auf die Vorbereitungen zur Einweihung des neu gestalteten Bozner Platzes in Innsbruck. Statt eines sichtbaren Bekenntnisses zur Tiroler Verbundenheit ortet sie peinliche Anbiederung und mangelndes Geschichtsbewusstsein.
Bereits das Motto „Bella Primavera“ sei politisch und kulturell ein verfehltes Signal. Besonders befremdlich sei jedoch, dass die Stadt Innsbruck den Bozner Platz in einer Einladung an Bozens Bürgermeister Claudio Corrarati sowie auf ihrer italienischsprachigen Website als „Piazza di Bolzano“ beziehungsweise „Piazza di Bolzano ridisegnata“ bezeichne.
„Wenn man in Innsbruck den Bozner Platz plötzlich als, Piazza di Bolzano‘ führt, dann ist das nicht nur tollpatschig, sondern Ausdruck völliger Gedankenlosigkeit. Diesen Platz gibt es nicht. Innsbruck liegt im freien Teil Tirols, hier müssen Straßen und Plätze nicht zweinamig geführt werden“, sagt Kofler. Die in Südtirol aufgezwungene Zweinamigkeit sei Folge der Italianisierungspolitik des italienischen Staates und dürfe kein Vorbild für das Bundesland Tirol sein.
„Der Name, Piazza di Bolzano‘ hat auf der italienischen Website der Stadt Innsbruck und in offiziellen Bezeichnungen nichts verloren. Der Platz heißt Bozner Platz und nur so“, betont die FPÖ-Abgeordnete. Wer hier künstlich eine italienische Bezeichnung erfinde, zeige wenig Gespür für Geschichte, Identität und Tirol-Bewusstsein. Der Bozner Platz sei ein sichtbares Symbol der historischen, kulturellen und geistigen Zusammengehörigkeit Tirols, weswegen er auch so heiße. Umso unverständlicher sei es, wenn ausgerechnet dort italianisierte Begriffe und beliebige Inszenierungen in den Vordergrund rückten.
Kritisch sieht Kofler auch die Auswahl der geladenen Gäste: Zwar sei die Stadtkapelle Bozen eingeladen, die Schützenkompanie Bozen jedoch nicht. „Wer Südtirol und die Stadt Bozen ernsthaft einbinden will, sollte wissen, welche Vereinigungen dort für gelebte Tiroler Identität stehen. Sonst bleibt von dieser Eröffnung am Ende nur oberflächliche Symbolpolitik.“
„Tirol-Bewusstsein zeigt sich nicht in Schlagworten und Frühlingsfolklore, sondern im selbstverständlichen Bekenntnis zur eigenen Geschichte. Wer den Bozner Platz sprachlich verfälscht, macht sich zum Mitträger einer völlig verfehlten Symbolpolitik. Der Platz ist schließlich nach einem Tiroler Ort benannt und nicht nach einer Stadt in der Toskana“, so die gebürtige Südtirolerin abschließend.



