Die „Puschtra Buibm“ sind verstorben, aber wenigstens die Wahrheit darf nicht mit ihnen begraben werden. Vor 60 Jahren, am 23. Mai 1966, starb der Finanzpolizist Bruno Bolognesi laut offizieller italienischer Darstellung bei einem Sprengstoffanschlag. Der angebliche Mord wurde den Pusterern angelastet. Doch der Vorwurf erfolgte zu Unrecht. Die Süd-Tiroler Freiheit fordert die Rehabilitierung durch Italien.
Bolognesi sei durch eine 50 Kilogramm schwere Sprengladung beim Öffnen des Pfitscherjoch-Hauses ums Leben gekommen. Die Täter für den perfiden Anschlag hatte Italien schnell parat: Sepp Forer, Heinrich Oberlechner, Siegfried Steger und Heinrich Oberleiter – die vier Puschtra Buibm.
Umfangreiche wissenschaftliche Untersuchungen des Militärhistorikers Dr. Hubert Speckner sowie Gutachten von Sprengstoffexperten zeigten jedoch längst auf, dass die italienische Darstellung nicht stimmen kann. Der Vorfall am 23. Mai 1966 am Pfitscherjoch hat sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht so ereignet, wie es Italien bis heute darstellt. Es handelte sich nicht um ein Attentat, sondern sehr wahrscheinlich um eine Gasexplosion. Aus einem Unglück konstruierte Italien einen Anschlag.
Dieses Märchen ist bis heute die offizielle Lesart Italiens. Die Süd-Tiroler Freiheit fordert daher, die vier Puschtra Buibm endlich zu rehabilitieren. Sie können sich heute nicht mehr selbst verteidigen. Umso mehr ist es eine Frage der historischen Gerechtigkeit, dass endlich die Wahrheit ausgesprochen wird.
Stefan Zelger, Büroleiter und Mitglied der Landesleitung der Süd-Tiroler Freiheit



