Beschämendes Signal

hrenbürgerschaft für Kriegsverbrecher bleibt bestehen

Beschämendes Signal

hrenbürgerschaft für Kriegsverbrecher bleibt bestehen

Die Ratsfraktion der Süd-Tiroler Freiheit in Brixen zeigt sich tief enttäuscht über die Ablehnung des Beschlussantrages zur Aberkennung der Ehrenbürgerschaft von Gennaro Sora.

„Die Gemeinde Brixen war offenbar nicht imstande, ein klares und überfälliges Zeichen zu setzen“, erklärt Gemeinderat Stefan Unterberger. Besonders unverständlich sei, dass trotz der historischen Faktenlage weiterhin an der Ehrenbürgerschaft eines hohen Offiziers des faschistischen Regimes festgehalten werde, der mit den Verbrechen des italienischen Kolonialkrieges in Äthiopien in Verbindung steht.

Die Süd-Tiroler Freiheit habe zwar auch für die Einsetzung einer allgemeinen Expertenkommission zur Überprüfung historischer Ehrenbürgerschaften gestimmt, dies dürfe jedoch nicht als Ausrede dienen, um offensichtliche Fälle weiter hinauszuschieben.

„Für die Aberkennung der Ehrenbürgerschaft eines Kriegstreibers braucht es keine Expertenkommissionen. Hier fehlt schlicht der politische Wille“, so Unterberger.

Die Forderung der Süd-Tiroler Freiheit sei zudem keineswegs neu. Bereits der frühere Gemeinderat Hartmuth Staffler habe die Aberkennung dieser Ehrenbürgerschaft im Gemeinderat thematisiert und eingefordert.

Scharfe Kritik übt die Ratsfraktion auch am politischen Verhalten der Mehrheit:
„Hier wurde den Schreiern von Fratelli d’Italia klar nachgegeben. Man wollte offensichtlich jede klare Haltung vermeiden.“

Für die Süd-Tiroler Freiheit zeigt die Diskussion erneut, dass Italien seine eigene Geschichte bis heute nie wirklich aufgearbeitet habe.

„Man stelle sich vor, in Deutschland würde heute noch irgendwo eine Ehrenbürgerschaft für einen Kriegsverbrecher bestehen bleiben – der öffentliche Aufschrei wäre enorm. Genau hier zeigt sich der Unterschied: Deutschland hat sich seiner Geschichte gestellt, Italien hingegen hat große Teile seiner faschistischen Vergangenheit bis heute nie ehrlich aufgearbeitet“, erklärt Unterberger.

Dass dabei auch die Südtiroler Volkspartei erneut als Steigbügelhalter dieser fehlenden Aufarbeitung auftrete, sei besonders enttäuschend.

„Ansonsten hätten wir in Südtirol wohl auch heute kein Siegesdenkmal mehr, das weiterhin als Symbol des faschistischen Triumphgedankens mitten in unserem Land steht.“

Die Süd-Tiroler Freiheit kündigt an, das Thema weiterhin politisch aufzugreifen und sich auch künftig für eine konsequente historische Aufarbeitung einzusetzen.

Stefan Unterberger
Gemeinderat der Süd-Tiroler Freiheit

Gennaro Sora, Stefan Unterberger
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