Die Süd-Tiroler Freiheit kritisiert die Ablehnung ihres Beschlussantrages zur Verbesserung des öffentlichen Personenverkehrs in Süd-Tirol. Der Antrag wurde am 11. Juni 2026 vom Landtagsabgeordneten Sven Knoll eingebracht und hätte konkrete Maßnahmen für mehr Pünktlichkeit, bessere Informationen, saubere Bahnhöfe, funktionierende Aufzüge, modernes Rollmaterial und mehr Kundenfreundlichkeit vorgesehen.
Die Begründung der Landesregierung und der SVP-Mehrheit war sinngemäß: Man mache das ohnehin schon, daher sei eine Zustimmung nicht notwendig. Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider erklärte zwar, die angesprochenen Punkte seien wichtig, verwies aber darauf, dass daran bereits gearbeitet werde.
Für die Süd-Tiroler Freiheit ist diese Haltung unverständlich. Die täglichen Erfahrungen vieler Pendler, Schüler, Studenten, älterer Menschen und mobilitätseingeschränkter Personen zeigen deutlich, dass im öffentlichen Verkehr weiterhin vieles nicht funktioniert: Busse kommen zu spät oder fahren an Haltestellen vorbei, Züge fallen aus, Informationen werden zu spät oder unverständlich weitergegeben, Aufzüge funktionieren nicht, Bahnhöfe sind ungepflegt und das WLAN in den Zügen ist oft unbrauchbar.
Besonders befremdlich war der Kommentar des Landeshauptmannes, der den Beschlussantrag mit den Worten kommentierte, es sei schon einmal gut, dass darin nicht stehe, „dass Zuwanderer schuld daran sind, dass der Bus zu spät kommt“. Für die Süd-Tiroler Freiheit zeigt diese Aussage, dass der Landeshauptmann lieber über einen sachlichen Antrag der Opposition spottet, als die konkreten Anliegen der Fahrgäste ernst zu nehmen.
„Wer täglich mit Bus und Bahn unterwegs ist, braucht keine Ausreden und keine herablassenden Kommentare, sondern verlässliche Verbindungen, klare Informationen, funktionierende Aufzüge, saubere Bahnhöfe und moderne Züge. Wenn die Landesregierung behauptet, sie mache ohnehin schon alles, dann muss man sich fragen, warum so viele Probleme seit Jahren ungelöst sind“, erklärt Sven Knoll.
Der Beschlussantrag hätte unter anderem ein Maßnahmenpaket zur Verbesserung der Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit vorgesehen. Verspätungen, Bus- und Zugausfälle sowie Gleisänderungen sollten früher und transparenter mitgeteilt, Durchsagen vereinfacht, digitale Anzeigen modernisiert, Aufzüge besser gewartet, Bahnhöfe sauberer gestaltet und das Rollmaterial erneuert werden. Außerdem forderte die Süd-Tiroler Freiheit, mit Blick auf die ab 2027 geplanten durchgehenden Zugverbindungen zwischen Innsbruck, Bozen und Trient, den Lokführer- und Personalwechsel am Brenner und in Innichen abzuschaffen.
„Die Landesregierung redet ständig vom Ausbau des öffentlichen Verkehrs, lehnt aber einen Antrag ab, der genau jene Verbesserungen einfordert, die die Menschen täglich brauchen. Die Antwort ‚machen wir schon‘ reicht nicht“, betont Knoll.
Die Süd-Tiroler Freiheit fordert die Landesregierung daher auf, die Beschwerden der Fahrgäste endlich ernst zu nehmen und einen konkreten Maßnahmen- und Zeitplan zur Verbesserung des öffentlichen Verkehrs vorzulegen. Ein moderner öffentlicher Verkehr muss zuverlässig, verständlich, sauber, barrierefrei und leistbar sein.
Sven Knoll, Landtagsabgeordneter der Süd-Tiroler Freiheit


