Was tun, wenn die Wähler ausbleiben? Statt mit besserer Politik um Vertrauen zu werben, zimmert die SVP lieber am Wahlrecht. Weniger Stimmen sollen reichen, um gleich viele Sitze im italienischen Parlament zu sichern. Dafür geht sie den nächsten Kuhhandel mit Alessandro Urzì und seinen neofaschistischen Fratelli d’Italia ein. Den Preis zahlt das Unterland.
Der Kammerabgeordnete Urzì will den Senatswahlkreis Bozen-Unterland neu zuschneiden. Tramin, Kurtatsch, Margreid, Kaltern und Eppan sollen dem Senatswahlkreis Meran zugeschlagen werden. Aldein käme zum Kreis Brixen. Im Senatswahlkreis Bozen-Unterland blieben nur noch die teilweise italienischsprachigen Gemeinden von Salurn bis Leifers. Das Ziel: den italienischen Parteien eine künstliche Mehrheit verschaffen.
Wie immer ist die SVP zum Kuhhandel bereit: niedrigere Hürden bei der Wahl zur Abgeordnetenkammer gegen einen zusätzlichen Sitz für die italienischen Parteien im Senat.
Die Bezirksgruppe Unterland/Überetsch der Süd-Tiroler Freiheit übt scharfe Kritik. „Das ist der x-te Kniefall vor Urzì und beweist einmal mehr, dass es der SVP nicht um Süd-Tirol, sondern nur um den eigenen Machterhalt geht“, betont Stefan Zelger von der Bezirksgruppe.
„Was haben Margreid, Kurtatsch oder Tramin mit Ulten, Mals oder dem Schnalstal zu tun? Und was verbindet Aldein mit Prettau oder Brixen? Die Interessen des Unterlandes werden wieder einmal geopfert. Es ist außerdem ein historischer Hohn, dass man das Unterland, wie schon 1927 unter dem Faschismus, erneut künstlich zerschneidet, um eine italienische Mehrheit zu erzwingen“, unterstreicht Zelger.
Für die Süd-Tiroler Freiheit ist die Konsequenz eindeutig: Den SVP-Mitgliedern im Unterland – insbesondere im Forum Heimat – sollte spätestens jetzt klar sein, dass ihre berechtigten Anliegen für die Heimat in dieser Partei keine Zukunft haben.
Stefan Zelger, Büroleiter der Süd-Tiroler Freiheit und Mitglied der Bezirksgruppe Unterland/Überetsch



