Die SVP-Vertreter Harald Stauder, Martin Karl Pircher und Manfred Mayr haben sich mit ihrer Kritik an der Süd-Tiroler Freiheit gründlich verrannt. Sie werfen der Bewegung vor, die SVP bei den vergangenen Wahlen nicht unterstützt und die Fakten verdreht zu haben. Der Kuhhandel der SVP mit Alessandro Urzì und seinen Fratelli rund um das Unterland und Überetsch fliegt den Herren in der Brennerstraße augenscheinlich um die Ohren. Bereits in der Vergangenheit hat die SVP das Unterland politischen Interessen geopfert. Stichwort Maria Elena Boschi…
Manfred Mayr wirft der Süd-Tiroler Freiheit nun vor, ihn bei der letzten Parlamentswahl nicht unterstützt zu haben. Mayr bat die Süd-Tiroler Freiheit aber nie um ein Gespräch oder gar um Unterstützung. Zudem trat die Bewegung selbst nicht zur Wahl an. Die Süd-Tiroler Freiheit gab auch keine Wahlempfehlung zugunsten der Freiheitlichen oder sonst jemandem ab. Die Niederlage Mayrs jetzt auf die Süd-Tiroler Freiheit zu schieben, ist lächerlich.
Genauso lächerlich ist, dass sich die SVP zur großen Unterland-Verteidigerin aufschwingt. Innerhalb von einer Woche schwankte Dieter Steger beim Wahlgesetz zwischen „vielleicht Zustimmung“, „wohlwollender Enthaltung“ und „sicherer Gegenstimme“. Dieser Zickzack-Kurs spricht für sich.
Es ist auch nicht das erste Mal, dass das Unterland für die Parteispielchen der SVP herhalten muss. Schon 2018 schickten PD und SVP die äußerst umstrittene Maria Elena Boschi im Wahlkreis Bozen-Unterland ins Rennen. Sie bezeichnete die Autonomie als „Relikt der Vergangenheit“ und meinte in Richtung Süd-Tirol: „Prima di tutto siamo italiani!“ Doch das haben Stauder, Pircher und Mayr längst vergessen.
Fakt ist: Namhafte Experten – auch in den Reihen der SVP – sehen im neuen Wahlgesetz eine Gefährdung des Minderheitenschutzes. Fakt ist auch: Die Interessen des Unterlandes werden wieder einmal geopfert. Es ist außerdem ein historischer Hohn, dass das Unterland, wie schon 1927 unter dem Faschismus, erneut künstlich zerschnitten wird, um eine italienische Mehrheit zu erzwingen. Der Unterschied: Damals haben die „eigenen“ Leute nicht mitgeholfen!
Stefan Zelger, Büroleiter der Süd-Tiroler Freiheit und Mitglied der Bezirksgruppe Unterland/Überetsch



