In der Diskussion um die Errichtung eines Denkmals für Silvius Magnago fällt auf, wie sehr man versucht, politische und menschliche Fehler Magnagos in Abrede zu stellen beziehungsweise ihn zu glorifizieren.
Fakt ist, dass er jede aufkeimende Selbstbestimmungsdiskussion mit seiner ganzen Macht und seinem ganzen Einfluss (leider) erfolgreich abgewürgt beziehungsweise unterdrückt hat.
Fakt ist, dass er die Folterbriefe der politischen Häftlinge der 60er Jahre zurückgehalten hat.
Fakt ist weiters, wie hoch oben das Partei-Interesse angesiedelt war. Erinnert sei an seine Aufforderungen: „Macht mir nicht die Partei kaputt!“
Sorgt nicht die SVP selbst dafür, dass dies als sein Kredo vermittelt wird? Die große Holzstatue Magnagos am Hauptsitz in Bozen ist mit dem Satz überschrieben: „Ihr sollt der Partei dienen und nicht Euch ihrer bedienen.“
Ich habe dies im Landtag mehrmals offen kritisiert, weil über den Partei-Interessen doch andere zu stehen hätten!
Persönlich vorgeworfen habe ich ihm in einer Landtagsrede in Zusammenhang mit den Freiheitskämpfern der 60er Jahre auch mangelnde Herzensbildung. Dies beschränkte sich nicht nur auf Magnagos Verhalten meinen Eltern Georg Klotz und Rosa Pöll gegenüber.
Bleibt noch daran zu erinnern, dass er sich selbst als „Finsterling“ bezeichnet hat und den Ausspruch getan hat, ein guter Politiker müsse auch ab und zu lügen.
Dr. Eva Klotz, ehemalige Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit



