„Reichste Provinz Italiens“?

Süd-Tiroler sind nicht reich: Statistik zeichnet ein falsches Bild!

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„Reichste Provinz Italiens“?

Süd-Tiroler sind nicht reich: Statistik zeichnet ein falsches Bild!

Die Süd-Tiroler Freiheit weist die jüngste Darstellung mehrerer Medien, wonach Süd-Tirol aufgrund der durchschnittlichen Bankguthaben die „reichste“ Provinz Italiens sei, entschieden zurück. Zwar mögen statistische Durchschnittswerte auf den ersten Blick beeindruckend wirken, mit der tatsächlichen Lebensrealität vieler Menschen haben sie jedoch wenig zu tun.

„Es ist absurd, aus einem statistischen Durchschnitt abzuleiten, dass die Süd-Tiroler reich seien. Viele Menschen, insbesondere Rentner, müssen heute jeden Cent zweimal umdrehen. Für zahlreiche Familien und Arbeitnehmer wird es zunehmend schwieriger, sich das normale Leben überhaupt noch leisten zu können“, erklärt der Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit, Sven Knoll. Gerade das Beispiel der aktuellen Treibstoffpreise zeigt, wie weit statistische Zahlen und Lebensrealität auseinanderliegen. Laut den jüngsten Daten der zuständigen Beobachtungsstelle im italienischen Ministerium für Unternehmen und Made in Italy sind die durchschnittlichen Selbstbedienungspreise für Benzin und Diesel in Süd-Tirol derzeit die höchsten Italiens. Benzin kostet im Schnitt rund 2,05 Euro pro Liter, Diesel sogar rund 2,18 Euro.

„Wer behauptet, die Süd-Tiroler seien reich, sollte einmal selbst mit einer Familie sprechen, die jeden Monat ihre Rechnungen bezahlen muss. Wenn gleichzeitig die Treibstoffpreise in Süd-Tirol italienweit an der Spitze liegen, die Wohnkosten explodieren und die Lebenshaltungskosten steigen, dann ist die Bezeichnung ‚reichste Provinz‘ völlig an der Lebensrealität vorbei“, so Knoll. Auch die Entwicklung der Bankguthaben muss differenziert betrachtet werden. Dass die Guthaben auf dem Papier gestiegen sind, bedeute keineswegs, dass die Menschen tatsächlich entsprechend vermögender geworden sind. Die von Adusbef angeführten Zahlen zeigen selbst, dass ein erheblicher Teil des Zuwachses durch die Inflation aufgezehrt wurde.

Hinzu kommt, dass ein Durchschnittswert nichts darüber aussagt, wie das Geld tatsächlich verteilt ist. Wenn einige wenige sehr hohe Guthaben besitzen, steigt dadurch automatisch der statistische Durchschnitt, auch wenn gleichzeitig zahlreiche Menschen kaum über finanzielle Rücklagen verfügen. „Ein durchschnittliches Bankguthaben von 30.400 Euro sagt überhaupt nichts darüber aus, wie viel Geld eine durchschnittliche Süd-Tiroler Familie tatsächlich zur Verfügung hat. Es ist völlig realitätsfern, aus einer solchen Zahl ein allgemeines Wohlstandsbild zu zeichnen“, betont Knoll.

Die Süd-Tiroler Freiheit fordert daher eine wesentlich differenziertere Betrachtung der wirtschaftlichen Situation im Land. Entscheidend ist nicht, wie hoch irgendein statistischer Durchschnitt ausfällt, sondern ob sich die Menschen Wohnen, Heizen, Mobilität, Lebensmittel und andere grundlegende Ausgaben noch leisten können.

„Süd-Tirol ist kein Land, in dem alle im Geld schwimmen. Viele Menschen arbeiten hart und können sich trotzdem immer weniger leisten. Die Politik darf diese Realität nicht hinter statistischen Durchschnittswerten verstecken“, stellt Knoll abschließend klar.

Sven Knoll, Landtagsabgeordneter der Süd-Tiroler Freiheit

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