Wahlkreis Bozen–Unterland

Atz: „Die SVP hat offenbar vergessen, wofür sie gegründet wurde“

Wahlkreis Bozen–Unterland

Atz: „Die SVP hat offenbar vergessen, wofür sie gegründet wurde“

Die Zerreißung des Senatswahlkreises Bozen–Unterland ist für die Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit, Myriam Atz, die selbst gebürtige Kaltererin ist, ein schwerwiegender politischer Einschnitt: Der bisherige Wahlkreis Bozen-Unterland machte es notwendig, dass die politischen Kräfte aufgrund der Bevölkerungsstruktur sprachgruppenübergreifend um Konsens warben. Die neue Aufteilung schwächt die dort lebende Bevölkerung sprachlich, wirtschaftlich und politisch.

Durch die Angliederung an den Großwahlkreis Meran-Vinschgau droht Eppan und Kaltern die Schwächung ihrer politischen Mitbestimmungskraft und der Verlust eines lokalen politischen Vertreters. „Das wichtigste Prinzip einer demokratischen Wahl ist die Wirksamkeit der Bürgerstimme. Das wichtigste Prinzip eines Politikers ist, die realen Lebens- und Wirtschaftsräume der Bevölkerung zu kennen“, betont die Landtagsabgeordnete Myriam Atz.

Die Reform zerreißt außerdem gewachsene Wirtschafts- und Lebensräume. Überetsch und Unterland gehören historisch, wirtschaftlich und strukturell zusammen. Für eine Zerreißung und die Vernichtung eines bewährten Modells des Dialoges gibt es keine nachvollziehbaren Gründe. „Damit dieser Bezirk seine politische Stimme und wirtschaftliche Einheit behält, ist die Wiederherstellung des historisch gewachsenen Wahlkreises Bozen-Unterland zwingend nötig!“

Besonders schmerzlich ist diese Entwicklung für Atz auch vor dem Hintergrund ihrer eigenen Familiengeschichte. Ihre Vorfahren (Josef Atz) haben maßgeblich an der Entstehung und Ausgestaltung des Autonomiepakets mitgewirkt – aus der Überzeugung heraus, dass die politischen und kulturellen Rechte der Süd-Tiroler Bevölkerung geschützt und dauerhaft abgesichert werden müssen. „Umso schmerzvoller ist es für mich, heute mitansehen zu müssen, wie die derzeitige SVP-Riege dieses historische Erbe verspielt und Strukturen zerstört, für deren Aufbau Generationen gekämpft haben. Diese Reform ist kein technischer Akt. Sie ist ein Angriff auf das interethnische Gleichgewicht, das Südtirol über Jahrzehnte mühsam aufgebaut hat. Wer das Unterland zerschlägt, zerschlägt mehr als nur einen Wahlkreis!“, sagt Myriam Atz.

Sie richtet deshalb scharfe Worte an die SVP: „Hat die SVP eigentlich vergessen, warum sie gegründet wurde? Die SVP, die gegründet wurde, um einst die Minderheitenrechte der deutschen und ladinischen Süd-Tiroler vor den faschistischen und nationalistischen Politikern zu schützen, opfert diese Rechte heute leichtfertig. Genau dies schwächt heute die Interessen der deutschen und ladinischen Süd-Tiroler. Schlimmer noch: Sie hat sich mit Postfaschisten verbündet. Das ist ein Verrat an der eigenen Bevölkerung, an den Opfern der Geschichte und an allem, wofür die Partei früher gestanden ist.“

Myriam Atz, Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit

Bozen-Unterland, Myriam Atz, SVP, Wahlkreis
Schluss mit Vertröstungen, wir wollen Klarheit!

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