Wer derzeit auf der Laurinstraße von Meran in Richtung Gratsch unterwegs ist, steht erneut vor einer Baustelle und vor einem bekannten Problem: Die Umleitung ist ausschließlich auf Italienisch beschriftet. Für die Süd-Tiroler Freiheit ist dies ein weiteres Beispiel dafür, wie das Recht auf Gebrauch der deutschen Muttersprache in Süd-Tirol tagtäglich missachtet wird.
Auf den Hinweisschildern steht der Begriff „deviazione“. Eine deutsche Übersetzung fehlt komplett. Dabei gilt in Süd-Tirol das Recht auf die eigene Muttersprache. Öffentliche Schilder und Hinweise müssen laut Autonomiestatut zweisprachig – also in Deutsch und Italienisch – angebracht werden.
Gerade bei Baustellen und Umleitungen ist eine klare und verständliche Beschilderung für alle Verkehrsteilnehmer wichtig. Die Süd-Tiroler Freiheit fordert daher, dass die Gemeinde Meran bzw. die verantwortliche Baufirma die Schilder umgehend durch eine ordnungsgemäße, zweisprachige Beschilderung ersetzt.
Sprachrechtsverletzungen sind kein Einzelfall
Der Fall in der Laurinstraße zeigt einmal mehr, dass Verstöße gegen den Gebrauch der deutschen Muttersprache in Süd-Tirol keine Ausnahme sind. Laufend erreichen die Süd-Tiroler Freiheit Beschwerden über ausschließlich italienische Beschilderungen, Formulare, Mitarbeiter, die nur Italienisch sprechen, und viele andere Fälle, in denen das Recht auf Gebrauch der deutschen Muttersprache missachtet wird.
„Wenn wir unser Recht auf Gebrauch der deutschen Muttersprache nicht leben und nicht einfordern, wird es Schritt für Schritt ausgehöhlt. Rechte, von denen kein Gebrauch gemacht wird, sterben!“, warnt die Süd-Tiroler Freiheit.
Jeder Bürger kann Verstöße melden
Die Süd-Tiroler Freiheit weist deshalb nochmals ausdrücklich darauf hin, dass sich jeder Bürger bei Verstößen gegen die Sprachrechte direkt an das Amt für Landessprachen und Bürgerrechte wenden und dort Beschwerde einreichen kann. Zusätzlich hat die Süd-Tiroler Freiheit auf ihrer Internetseite ein eigenes Formular eingerichtet, über das Verstöße und entsprechende Beobachtungen unkompliziert gemeldet werden können. Der Link zum Formular ist hier hinterlegt: https://suedtiroler-freiheit.com/service/recht-auf-muttersprache/
Es reicht nicht, sich über solche Fälle nur zu ärgern. Verstöße müssen offiziell gemeldet und dokumentiert werden. Nur dann werden sie wahrgenommen und die Verantwortlichen zum Handeln gezwungen. Wenn keine Beschwerden eingehen, kann die Landesregierung unter Landeshauptmann Arno Kompatscher weiterhin den Eindruck vermitteln, mit der Zweisprachigkeit in Süd-Tirol sei alles in bester Ordnung.
Die Süd-Tiroler Freiheit ruft deshalb dazu auf: Deckt Verstöße auf, weist darauf hin und meldet sie! Nehmt euer Recht auf Gebrauch der deutschen Muttersprache selbstbewusst in Anspruch und helft mit, dieses Recht zu bewahren und zu verteidigen.
Denn unsere Sprachrechte bestehen nicht nur auf dem Papier – sie müssen jeden Tag gelebt, eingefordert und verteidigt werden.
Karin Larcher und Jan Niklaus, Ortsgruppe Meran


