Der Süd-Tiroler Landtag hat heute, am 9. September 2026, den Beschlussantrag des Landtagsabgeordneten der Süd-Tiroler Freiheit, Bernhard Zimmerhofer, für eine gemeinsame Berufsmeisterschaft der Europaregion Tirol behandelt. Während in der Debatte viel Lob für die hervorragenden Leistungen der Handwerker und Lehrlinge im Land ausgesprochen wurde, fehlte der Landesregierung am Ende der Mut, dieses Lob auch in konkrete politische Schritte umzusetzen.
Zimmerhofer fordert mit seinem Antrag eine gemeinsame Berufsmeisterschaft für Nord-, Ost-, Süd- und Welsch-Tirol. Die Landesregierung sollte zudem Gespräche mit den zuständigen Stellen aufnehmen. Langfristig sollte auch geprüft werden, ob bei den internationalen WorldSkills eine gemeinsame Mannschaft der Europaregion Tirol antreten kann.
Besonders verwundert zeigt sich Zimmerhofer über die Argumentation von Landesrat Marco Galateo. Dieser verwies darauf, dass es laut den Statuten und Vorgaben des Organisationskomitees der WorldSkills nicht vorgesehen sei, dass eine Europaregion als gemeinsame Mannschaft an den Wettkämpfen teilnimmt.
„Genau diese Forderung hat der Süd-Tiroler Landtag aber bereits im Jahr 2015 mit großer Mehrheit angenommen. Elf Jahre später erklärt uns die Landesregierung plötzlich, dass das nicht möglich sei. Da stellt sich schon die Frage, was in all diesen Jahren überhaupt unternommen wurde, um den damaligen Beschluss des Landtages umzusetzen?“, kritisiert Zimmerhofer.
Bereits 2015 hatte die Süd-Tiroler Freiheit die Schaffung einer gemeinsamen Berufsmeisterschaft der Europaregion Tirol beantragt. Der Landtag stimmte dem Vorhaben damals zu. Umgesetzt wurde der Beschluss bis heute nicht. Gerade deshalb brachte Zimmerhofer das Anliegen erneut auf die Tagesordnung.
Eine gemeinsame Berufsmeisterschaft würde nach Ansicht der Süd-Tiroler Freiheit nicht nur den Austausch zwischen jungen Fachkräften fördern. Sie könnte auch gemeinsame Lehrlingsprogramme, grenzüberschreitende Projekte und einen stärkeren Austausch zwischen den Betrieben ermöglichen. Gleichzeitig würde die Europaregion Tirol für junge Menschen konkret erlebbar.
Bei der heutigen Abstimmung zeigte sich schließlich ein deutliches politisches Bild. Bei einzelnen Punkten stimmte die Opposition geschlossen für den Antrag, während die Regierungsmehrheit dagegen stimmte.
„Sonntagsreden über die Europaregion und Lob für unsere hervorragenden Handwerker sind zu wenig. Wenn es darum geht, Tirol auch praktisch zusammenzuführen, muss man bereit sein, konkrete Schritte zu setzen. Wenn ein 2015 beschlossener Antrag elf Jahre später noch immer nicht umgesetzt ist, dann ist das kein Problem der WorldSkills, sondern ein Problem des politischen Willens!“, hält Zimmerhofer abschließend fest.
Bernhard Zimmerhofer, Landtagsabgeordneter der Süd-Tiroler Freiheit



