Treibstoff und Heizung werden für immer mehr Menschen zum Luxus. Wer arbeitet, darf nicht am Monatsende feststellen müssen, dass der eigene Lohn an der Tankstelle und beim Heizöllieferanten verschwunden ist. Die steigenden Energiepreise sind längst nicht mehr nur ein Ärgernis – sie sind zu einer sozialen und existenziellen Frage geworden. Besonders betroffen sind jene Menschen, die jeden Tag zur Arbeit pendeln müssen und keine Möglichkeit haben, auf das Auto zu verzichten, sowie Senioren, die sich mit ihrer mickrigen Rente oft zwischen Heizen und Lebensmitteln entscheiden müssen.
Während die Kosten für das tägliche Leben explodieren, bleiben die Einkommen vieler Süd-Tiroler deutlich hinter dem Niveau in Österreich zurück. Die Menschen verdienen vielfach weniger und müssen gleichzeitig immer mehr bezahlen. Die Rechnung dafür landet direkt auf dem Küchentisch der Familien, die nicht mehr planen können, sondern nur noch hoffen müssen, dass keine weitere Rechnung oder Reparatur dazukommt.
Arbeiten darf nicht zum Verlustgeschäft werden.
„Wenn ein Arbeitnehmer einen immer größeren Teil seines Lohnes allein dafür ausgeben muss, überhaupt zur Arbeit zu kommen, dann läuft etwas grundsätzlich falsch. Arbeiten darf nicht zum Verlustgeschäft werden“, so der Landtagsabgeordnete Sven Knoll.
Mit einem Landeshaushalt von über 9 Milliarden Euro verfügt die Landesregierung über ausreichende finanzielle Möglichkeiten, um den Bürgern in dieser Situation zu helfen. Die Landesregierung darf sich nicht länger hinter Zuständigkeiten verstecken und die Verantwortung von sich abstreifen. Sie muss jede Möglichkeit ausschöpfen, um die Preise für Treibstoff und Heizöl in Süd-Tirol zu senken. Dazu gehören eine Reduzierung jener Steuern und Abgaben, auf die das Land Einfluss nehmen kann, ebenso wie direkte Ausgleichszahlungen für die Bevölkerung im gesamten Landesgebiet.
Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb Entlastungen bei den Treibstoffkosten derzeit auf bestimmte Grenzgemeinden beschränkt bleiben sollen. Die hohen Preise machen nicht an Gemeindegrenzen halt. Wer in Bozen, Meran, Bruneck, Brixen oder in einem Dorf im Zentrum des Landes lebt, ist gleichermaßen von den hohen Preisen betroffen.
„Bei einem Landeshaushalt von über 9 Milliarden Euro kann man den Menschen nicht erklären, dass angeblich kein Geld für eine wirksame Entlastung vorhanden ist. Wenn in Süd-Tirol Geld für doppelstöckige Kreisverkehre und „Kunstwerke“ in Kreisverkehren da ist, muss auch Geld für die eigene Bevölkerung da sein, die dieses Land mit ihrer Arbeit finanziert“, so Sven Knoll.
L.-Abg. Sven Knoll.


