Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni will den Anteil ausländischer Kinder in jeder Schulklasse auf höchstens 30 Prozent begrenzen. Die Süd-Tiroler Freiheit begrüßt den Vorstoß. Der muttersprachliche Unterricht gehört zu den wichtigsten Säulen der Süd-Tiroler Autonomie. Deutschsprachige Kinder haben das Recht, deutsche Schulen und Kindergärten zu besuchen. Doch vor allem in den Städten steht dieses Recht oft nur auf dem Papier. Die Süd-Tiroler Freiheit sieht deshalb Handlungsbedarf und schlägt vier konkrete Maßnahmen vor.
Viele fremdsprachige Eltern melden ihre Kinder an deutschen Schulen an, obwohl diese kaum oder gar kein Deutsch sprechen. Das betrifft Kinder aus italienischen ebenso wie aus ausländischen Familien. Die Zahlen zeigen das deutlich: 2023 wurden 55 Prozent der Bozner Kinder in die erste Klasse einer deutschen Grundschule eingeschult. Gleichzeitig sind nur knapp 25 Prozent der Bozner Bevölkerung deutschsprachig. Es gibt mittlerweile ganze Klassenzüge in den Städten, in denen kaum ein Kind deutsch spricht.
„Wie soll Unterricht gelingen, wenn Kinder oft kein einziges Wort verstehen? Damit ist keinem Kind gedient“, sagt der Landtagsabgeordnete Sven Knoll. Für die Süd-Tiroler Freiheit muss ausreichendes Deutsch Voraussetzung für den Besuch einer deutschen Schule sein. „Wer eine deutsche Schule besucht, muss die Sprache so gut beherrschen, dass er dem Unterricht folgen kann“, betont Knoll.
Die Süd-Tiroler Freiheit setzt sich seit Jahren für den muttersprachlichen Unterricht ein. Die Bewegung bekräftigt ihre vier Vorschläge: fördern, testen, umverteilen und beschränken.
• Fördern: Eltern sollen weiterhin frei wählen können, an welcher Schule sie ihr Kind anmelden. Dafür braucht es jedoch die nötigen Mittel. Kinder, die noch nicht ausreichend Deutsch sprechen, sollen gezielt auf den Schuleintritt vorbereitet werden.
• Testen: Vor dem Schuleintritt ist zu prüfen, ob ein Kind die Unterrichtssprache ausreichend beherrscht. Österreich geht diesen Weg seit September 2018: Schüler, die dem Unterricht wegen mangelnder Deutschkenntnisse nicht folgen können, erhalten Unterstützung in Förderklassen oder Förderkursen.
• Beschränken: In jeder Klasse sollte der Anteil der Kinder, die die Unterrichtssprache kaum oder gar nicht verstehen, höchstens 25 Prozent betragen.
• Umverteilen: Um diese Grenze einzuhalten, müssen Kinder bei Bedarf auf andere Schulen verteilt werden. Überschreitet eine Klasse den vorgesehenen Anteil an Kindern, die die Unterrichtssprache kaum oder gar nicht beherrschen, sollen diese Kinder entweder auf andere Schule aufgeteilt werden, oder in eigenen Förderklassen für einen bestimmten Zeitraum gezielt die Sprache vermittelt bekommen, bis sie dem regulären Unterricht in der Klasse folgen können.
Die Süd-Tiroler Freiheit bekräftigt: „Es ist begrüßenswert, wenn Italiener und Ausländer, die in Süd-Tirol leben, Deutsch lernen. Doch wenn die deutsche Schule dadurch ihren Charakter und ihre Leistungsfähigkeit verliert, ist niemandem geholfen.“
Süd-Tiroler Freiheit



