Bei den WorldSkills 2026 in Shanghai treten 15 junge Handwerker aus Süd-Tirol in 13 Berufen an. Die Süd-Tiroler Freiheit gratuliert den 15 Talenten von Herzen für ihre bisherige Leistung und wünscht ihnen für den Wettbewerb viel Erfolg. „Ihr seid Botschafter unserer Heimat und der Qualität unseres Handwerks. Wir sind stolz auf euch!“, gibt der Abgeordnete Hannes Rabensteiner den jungen Süd-Tirolern als Botschaft mit.
Die Süd-Tiroler Freiheit kritisiert jedoch die Darstellung der Delegation bei der Eröffnungsfeier. Angeführt von einer großen italienischen Tricolore und zusätzlich ausgestattet mit kleinen italienischen Fähnchen präsentierten sich die jungen Talente vor internationalem Publikum als Italiener. Für den Landtagsabgeordneten Hannes Rabensteiner wirft dieser Auftritt Fragen nach der eigenständigen Darstellung von Süd-Tirols Handwerkern auf. „Ich kritisiere nicht die einzelnen Teilnehmer, sondern jene, die diese Inszenierung zu verantworten haben!“, stellt Rabensteiner klar.
„Unsere Jugendlichen haben sich mit ihrem Können für diese Weltmeisterschaft qualifiziert. Sie sind Botschafter des Süd-Tiroler Ausbildungssystems und unseres Handwerks. Dass sie nun unter einer großen italienischen Tricolore einmarschieren und zusätzlich italienische Fähnchen schwingen, vermittelt ein völlig anderes Bild. Wir kritisieren diese Form der Vereinnahmung unserer Nachwuchstalente. Gerade als Minderheit in einem fremden Staat würde man von Entscheidungsträgern und der Landesregierung mehr Sensibilität für die eigenen Wurzeln und Fahne erhoffen. Die Teilnahme ist ja auch Werbung für unser Land und unser handwerkliches Geschick.“, erklärt Rabensteiner.
Besonders bemerkenswert ist die Finanzierung der Teilnahme der Süd-Tiroler Talente an der Berufsweltmeisterschaft. Laut einer Mitteilung der Landesregierung vom 4. September 2026 stellt das Land Süd-Tirol der Handelskammer Bozen 615.780 Euro für die Teilnahme an den WorldSkills zur Verfügung. Im Voranschlag der Handelskammer sind Gesamtausgaben von 700.000 Euro für die Organisation der Süd-Tiroler Delegation vorgesehen. Hinzu kommt der Einsatz zahlreicher Berufsschulen, Fachlehrer, Betriebe, Sponsoren und des lvh – allesamt aus Süd-Tirol. Vom Staat Italien hingegen kommt kein einziger Cent.
„Süd-Tirol finanziert die Teilnahme mit erheblichen öffentlichen Mitteln. Unsere Betriebe und Ausbildungseinrichtungen leisten wertvolle Vorarbeit. Weshalb wird dann bei der internationalen Präsentation eine italienische Symbolik derart in den Vordergrund gestellt? Wer hat entschieden, dass unsere Jugendlichen zusätzlich zur großen Tricolore auch noch kleine italienische Fähnchen tragen sollen? Wurden sie überhaupt gefragt, welche Fahne sie tragen möchten?“, fragt Rabensteiner.
Die Süd-Tiroler Freiheit verlangt Aufklärung darüber, wer die Fahnen bereitgestellt und über die Gestaltung des Auftritts entschieden hat. Ebenso müsse geklärt werden, weshalb die Süd-Tiroler Fahne bei der Präsentation nicht entsprechend berücksichtigt wurde, wie es in anderen Jahren zuvor gemacht wurde.
Erst am 9. September lehnte der Landtag einen Antrag von Bernhard Zimmerhofer für eine gemeinsame Berufsmeisterschaft der Europaregion Tirol ab. Dieser sah auch vor, auf eine gemeinsame Mannschaft bei den WorldSkills hinzuarbeiten. Die Mehrheit rund um SVP und Fratelli stimmte dagegen.
Die Süd-Tiroler Freiheit fordert nun, dass bei künftigen internationalen Berufswettbewerben die eigenständige Darstellung Süd-Tirols sichergestellt und die Entscheidung über die verwendeten Symbole transparent gemacht wird. Ein gutes Beispiel dafür war die spanische Nationalmannschaft bei der Siegesfeier der Fußball-Weltmeisterschaft, bei welcher sich die einzelnen Spieler mit den Fahnen ihrer jeweiligen Herkunftsregionen präsentiert haben. Oder ist die italienische Regierung und so mancher italienischer Landesrat doch nicht so autonomie- und minderheitenfreundlich, wie es die SVP vorgibt?
Hannes Rabensteiner, Landtagsabgeordneter der Süd-Tiroler Freiheit, Handwerker



