Verlottertes Bild

Grenzübergang im Pustertal aufwerten

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Grenzübergang im Pustertal aufwerten

Beim Übergang vom Ost-Tiroler Pustertal auf die Süd-Tiroler Seite des Pustertals meint man tatsächlich, man käme in ein Dritte-Welt-Land, derart heruntergekommen sind die bestehenden Grenzgebäude. Der Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit, Bernhard Zimmerhofer, hat zur Aufwertung bzw. Neugestaltung dieses Areals einen Beschlussantrag im Landtag eingereicht.

Das Gesetz Nr. 1322 vom 26. September 1920 sorgte dafür, dass der Friedensvertrag von Saint-Germain italienisches Recht und die das Pustertal teilende Grenze schmerzlich spürbare Realität wurde. Sie zerriss ein landschaftlich durchgehendes Tal, missachtete kirchliche Zuständigkeiten, zerriss historische Bezirke, Familien, ländlichen Besitz, unterband den Warenverkehr, wirtschaftliche, kulturelle und touristische Aktivitäten.

Erst nach 1945 gab es verbesserte Möglichkeiten, über das Süd-Tiroler Pustertal in die Landeshauptstadt zu gelangen. Sowohl der Beitritt Österreichs zur Europäischen Union im Jahr 1995 als auch die Entfernung des Grenzschlagbaums und das Inkrafttreten des Schengener Abkommens drei Jahre später haben die Grenze zwischen Winnebach und Arnbach durchlässiger gemacht, aber sie ist immer noch da.

Das Grenzhäuschen auf der Ost-Tiroler Seite des Pustertales in der Gemeinde Sillian wurde abgerissen und somit ein sichtbares Zeichen gesetzt, um die Wunden der Vergangenheit etwas ausheilen zu lassen. Auf der Süd-Tiroler Seite in Winnebach tut sich hingegen kaum etwas. Das „Eingangsportal“ nach Süd-Tirol ergibt mit den verlotterten Grenzgebäuden alles andere als ein ansprechendes Bild. Eine Neugestaltung scheiterte bisher an den komplizierten Besitzverhältnissen.

Der Beschlussantrag sieht vor, die Landesregierung zu beauftragen, die heruntergekommenen Grenzgebäude in Landesbesitz zu übertragen, danach abzutragen und das Areal zu renaturieren. Erhaltenswerte Gegenstände sollten in einem zukünftigen Museum für Zeitgeschichte in der Franzensfeste ausgestellt werden.

Bernhard Zimmerhofer, Landtagsabgeordneter der Süd-Tiroler Freiheit

Bernhard Zimmerhofer, Grenze, Grenzübergang, Pustertal, Unrechtsgrenze, Winnebach
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