Südtiroler Heimatbund

Trauer um Günther Rauch

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Trauer um Günther Rauch

Nun hat Günther Rauch am 26. September 2026 seinen letzten Weg angetreten. Seine Familie, sein Freundeskreis, sowie viele Südtiroler und seine Freunde überall in der Welt trauern mit seiner Frau Brigitte und seinen beiden Söhnen Thomas und Benjamin um einen Ehemann, vorsorglichen Vater, lieben Freund und außerordentlichen Südtiroler Buchautor.

Günther Rauch, geboren am 13. September 1951 im St.-Johann-Viertel in Bozen, war immer sehr politisch interessiert. So war er langjähriger Vorsitzender des Allgemeinen Gewerkschaftsbundes in Südtirol, Mitglied des Bundesvorstandes der Confederazione Generale Italiana del Lavoro (CGIL) in Rom und Mitarbeiter des Europäischen Gewerkschaftsbundes, Initiator der Friedensbewegung sowie Herausgeber der Oberschülerzeitung „Neuer Weg“, der „Südtiroler Arbeiterzeitung“ und der Kaufleutezeitung für Konsumenten „Ladengugger“.

1970 Vorbeugehaft wegen Jugenddemonstrationen gegen 4. November, das faschistische Siegesdenkmal und Solidarität mit Nelson Mandela u. Angela Davis. Von 1998 bis 2003 war er Vizedirektor des Verbandes für Kaufleute und Dienstleister.

Günther Rauch veröffentlichte unter anderem Studien über die Handelswirtschaft und das Nahrungsmittelhandwerk, zahlreiche Forschungsarbeiten und Aufsätze über die Südtiroler Sozial- und Arbeiterbewegung. Er ist unter anderem Autor der Tirolensie „Bozner Obstplatz – Historisches und Alltägliches“.

Auch sein Buch „Italiens vergessenes Konzentrationslager ‚Campo d’Isarco‘ bei Bozen (1941-1943)“, erschienen 2018 in Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Heimatbund sowie als Folge „KZ Campo Isarco- Tagebuch eines Wachsoldaten zeigen einen mutigen Buchautor. Den Beleg über die Existenz dieses Lagers und die engen Zusammenhänge mit den damaligen dramatischen Ereignissen in Südtirol lieferte seine akribisch recherchierte und aufwendig zusammengetragenen Unterlagen und Dokumente.

Eines seiner großen Werke war das Buch „Die Deutschen brauchen keine Schulen, das 2020 erschienen ist. Zusammen mit weiteren Autoren macht sich Rauch in diesem Buch ernste Gedanken über den Fortbestand der deutschen Schule in Südtirol.

In seinem Buch „Der Marsch auf Bozen“ erschienen 2022, zeigt Rauch auch die illegale Finanzierung der deutschen Nazis durch das faschistische Italien nach.

Lieber Günther, dein großes Wissen über die Geschichte Südtirols und deine unkomplizierte Art wird uns allen fehlen. Du warst ein treuer Freund und überzeugter Südtiroler. Wir werden Dich vermissen, pfiati Günther.

Roland Lang

Günther Rauch, Roland Lang
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