„Holen wir uns unsere Heimat zurück“: Unter diesem Motto stand die diesjährige Landesversammlung der Süd-Tiroler Freiheit. Im Mittelpunkt standen volkstumspolitische Themen wie das Selbstbestimmungsrecht oder die Autonomiereform. Höhepunkte waren die Gastrede des FPÖ-Nationalrats und Süd-Tirol-Sprechers Christofer Ranzmaier sowie die Verabschiedung einer Resolution zur Zukunft Süd-Tirols.
7.200 Mitglieder
Stefan Zelger, Büroleiter und Mitglied der Landesleitung, blickte auf die Erfolgsgeschichte der Süd-Tiroler Freiheit zurück. Erfreut zeigte er sich über den anhaltenden Mitgliederzuwachs: „In den vergangenen zwölf Monaten konnten wir über 700 Mitglieder dazugewinnen. Heute zählen wir 7.200. Damit liegen wir meilenweit vor allen anderen Oppositionsparteien.“
Den Erfolg führt Zelger auf mehrere Faktoren zurück: die konsequente Arbeit im Landtag, die starke Präsenz in den sozialen Medien und den direkten Kontakt zur Bevölkerung, etwa bei Stammtischen. Hinzu kommen der Einsatz der Gemeinderäte und Ortsgruppen sowie die Veranstaltungen der Süd-Tiroler Freiheits-Akademie.
Starke Stimmen in ganz Tirol
Die Abgeordneten Gudrun Kofler, Myriam Atz, Hannes Rabensteiner und Bernhard Zimmerhofer blickten in Interviews auf ihre Arbeit im Landtag zurück. Sie spannten den Bogen von der Wiedervereinigung Tirols bis hin zu den Themen Energie, Mobilität, Muttersprache und Sicherheit.
Mit über 1.000 Anfragen in dieser Legislaturperiode deckten die Abgeordneten Missstände auf und forderten Antworten von der Landesregierung. Zugleich brachten sie zahlreiche konkrete Vorschläge ein: die Kürzung des Pendlergeldes zurückzunehmen, die Zweisprachigkeit im öffentlichen Dienst zu stärken, den Josefitag wieder als Feiertag einzuführen oder die Sicherheit in öffentlichen Verkehrsmitteln zu verbessern. Weitere Forderungen betrafen die Aufnahme Süd-Tiroler Sportler in den Landesdienst, die Überführung faschistischer Relikte in ein Museum und die Anerkennung der Pflegearbeit als Schwerarbeit. Auch gegen die Teuerung, für eine dauerhafte Senkung der Kfz-Steuer und für den Schutz der deutschen Muttersprache setzte sich die Bewegung im vergangenen Jahr ein.
„Klub 65+“ vorgestellt
Die Süd-Tiroler Freiheit baut ihre Organisation weiter aus. Mit dem neu gegründeten „Klub 65+“ möchte die Bewegung der älteren Generation in Süd-Tirol mehr Gewicht verleihen.
Dr. Herbert Campidell, Sprecher des Klubs 65+, stellte die Organisation und ihre Ziele vor. Er verwies auf die wachsenden Probleme vieler Senioren: steigende Kosten für das tägliche Leben, niedrige Renten, Einsamkeit und soziale Isolation. Hinzu kämen Hürden im Umgang mit digitalen Angeboten und der Bürokratie. „Das sind nur einige der Herausforderungen, vor denen ältere Menschen heute stehen. Dagegen wollen wir angehen“, betonte Campidell.
„Österreich ist Süd-Tirol verpflichtet“
Als Gastredner konnte die Süd-Tiroler Freiheit den österreichischen Nationalratsabgeordneten und Süd-Tirol-Sprecher der FPÖ, Christofer Ranzmaier, gewinnen. „Danke, dass ihr jenseits der Unrechtsgrenze die Fahne Tirols hochhaltet“, rief Ranzmaier den Anwesenden zu.
Die Unrechtsgrenze trenne zwar das Land, nicht aber seine Kultur, Geschichte und Identität. Umso wichtiger sei Österreichs Schutzmachtfunktion. „Doch die österreichische Bundesregierung wird diesem Auftrag nicht gerecht. Statt Süd-Tirols Rechte zu verteidigen, schaut sie tatenlos zu und plappert nach, was die SVP vorgibt“, zeigte Ranzmaier auf. Als Beispiele nannte er die Autonomiereform, die auf Kosten von Minderheitenrechten gehe, und die Zerschneidung des Senatswahlkreises Bozen-Unterland. Österreich müsse solche Eingriffe kritisch prüfen, statt sie einfach hinzunehmen.
Besonders kritisierte Ranzmaier, dass die Bundesregierung den jahrzehntelang bestehenden Süd-Tirol-Unterausschuss im Nationalrat nicht mehr einsetze. „Das ist ein Armutszeugnis!“ Süd-Tirol sei für Österreich eine geschichtliche Verpflichtung: „Für eine FPÖ-Regierung werden Süd-Tirol-Themen wie die doppelte Staatsbürgerschaft oder die Schutzmachtfunktion wieder ganz oben auf der Agenda stehen“, betonte Ranzmaier.
Resolution zur Zukunft Süd-Tirols
Mit einer einstimmig verabschiedeten Resolution setzte die Landesversammlung ein Zeichen für die Selbstbestimmung und den Schutz der deutschen und ladinischen Volksgruppe. Die Botschaft: „Holen wir uns unsere Heimat zurück!“
Bei der Vorstellung der Resolution übte der Landtagsabgeordnete Sven Knoll Kritik an der Landesregierung: „Kompatschers Autonomiereform schwächt zentrale Schutzbestimmungen unserer Autonomie. Auch die Zerschneidung des Senatswahlkreises Bozen/Unterland schwächt die politische Vertretung der Süd-Tiroler“, warnte Knoll.
Die Resolution stellt klare Forderungen: Die Zerschneidung des Senatswahlkreises muss rückgängig gemacht werden. Der ethnische Proporz und das Recht auf Gebrauch der deutschen Muttersprache müssen uneingeschränkt geschützt bleiben. Zudem gilt es, die Autonomie gegen staatliche Eingriffe abzusichern.
Die Süd-Tiroler Freiheit bekräftigt zugleich ihren Einsatz für die Einheit Tirols und das Recht auf Selbstbestimmung. Sie wendet sich gegen die schleichende Italianisierung und Überfremdung Süd-Tirols. „Unsere Rechte sind nicht beliebig. Unsere Heimat ist nicht verhandelbar. Süd-Tirols Zukunft gehört in Süd-Tirols Hände“, betonte Knoll.
Mit dem Absingen der Landeshymne endete die 19. Landesversammlung der Süd-Tiroler Freiheit.
Süd-Tiroler Freiheit
Freies Bündnis für Tirol


