Dank an den Südtiroler Schützenbund für die würdige Gestaltung des großen Österreichischen Zapfenstreichs in Bozen.
Knoll: „Unsere Geschichte ist keine Provokation – auch die Süd-Tiroler haben das Recht auf Selbstbestimmung!“
Die Aussagen des italienischen Parlamentariers Urzì zum großen Österreichischen Zapfenstreich auf dem Bozner Waltherplatz sind ein Angriff auf die geschichtliche Identität der Süd-Tiroler und ein Versuch, das legitime Bekenntnis zu Heimat, Geschichte und Vaterland in die Nähe des Nationalsozialismus zu rücken. Diese unsägliche Polemik weist der Landtagsabgeordnete Sven Knoll entschieden zurück.
„Wer den großen Österreichischen Zapfenstreich mit dem nationalsozialistischen Anschluss gleichsetzt, betreibt keine sachliche politische Auseinandersetzung, sondern Geschichtsklitterung. Die Süd-Tiroler Schützen sind keine Provokateure, sondern Menschen, die sich zu ihrer Geschichte, ihrer Heimat und ihrer österreichischen Identität bekennen. Dass ausgerechnet dieses Bekenntnis von Urzì zum Anlass für derart absurde Anschuldigungen genommen wird, zeigt, wie wenig manche Vertreter der italienischen Politik bereit sind, die geschichtliche Wirklichkeit unseres Landes anzuerkennen.“
Österreich ist und bleibt das Vaterland der Süd-Tiroler. Süd-Tirol wurde nach dem Ersten Weltkrieg gegen den Willen seiner Bevölkerung von Österreich abgetrennt und Italien zugeschlagen. Diese historische Tatsache lässt sich weder durch politische Polemik noch durch die ständige Wiederholung nationalistischer Vorwürfe aus der Welt schaffen.
„Wir lassen uns nicht vorschreiben, welche Gefühle wir für unsere Heimat haben dürfen. Wer den österreichischen Nationalfeiertag begeht, wer die österreichische Fahne hisst oder wer mit einem Zapfenstreich an die gemeinsame Geschichte erinnert, ist kein Provokateur. Das Bekenntnis zur eigenen Identität und Geschichte ist ein selbstverständliches Recht der Süd-Tiroler. Wer darin eine Gefahr sieht, hat offenbar ein Problem mit der Identität der Süd-Tiroler“, so der Landtagsabgeordnete Sven Knoll.
Besonders absurd ist Urzìs Versuch, Österreich und die Süd-Tiroler gegeneinander auszuspielen. Denn gerade die österreichische Schutzfunktion ist ein wesentlicher Bestandteil der internationalen Absicherung der Süd-Tirol-Autonomie. „Süd-Tirol hat seine Autonomie nicht deshalb, weil der italienische Staat eines Tages aus freien Stücken beschlossen hätte, besonders großzügig zu sein. Die Autonomie ist das Ergebnis eines langen politischen und diplomatischen Ringens um die Rechte der Süd-Tiroler als österreichische Minderheit im italienischen Staatsgebiet. Österreich hat sich für diese Rechte eingesetzt und ist deshalb auch Vertragspartner des Pariser Vertrags von 1946. Wer diese grundlegenden Zusammenhänge ausblendet, betreibt politische Geschichtsvergessenheit“, so Sven Knoll. Der Pariser Vertrag und die internationale Absicherung der Autonomie sind Ausdruck der Tatsache, dass die Süd-Tirol-Frage nicht eine inneritalienische Angelegenheit ist. „Die Süd-Tiroler sind keine Gäste im eigenen Land, deren Geschichte und Herkunft erst von Rom genehmigt werden müssen.“
Ebenso entschieden weist Knoll den Versuch zurück, die Forderung nach Selbstbestimmung als Angriff auf die europäische Ordnung oder als Ausdruck extremistischer Gesinnung darzustellen. „Das Selbstbestimmungsrecht der Völker ist kein nationalsozialistisches Gedankengut, sondern ein grundlegendes Prinzip des Völkerrechts. Es ist ausdrücklich in Artikel 1 des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte sowie in Artikel 1 des Internationalen Paktes über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte verankert. Dort wird festgehalten, dass alle Völker das Recht auf Selbstbestimmung haben. Auch die Süd-Tiroler gehören zu diesen Völkern. Ob das Urzì gefällt oder nicht, ändert daran überhaupt nichts.“
Die Forderung nach Selbstbestimmung ist die Anerkennung des Rechts eines Volkes, frei über seinen politischen Status und seine gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung zu entscheiden. Wer dieses Recht allein deshalb diskreditiert, weil es im konkreten Fall politisch unerwünscht ist, stellt sich gegen einen grundlegenden völkerrechtlichen Anspruch.
Auch die Behauptung, jede Diskussion über die Süd-Tirol-Frage gefährde zwangsläufig die europäische Zusammenarbeit, ist zurückzuweisen. Europa lebt nicht davon, dass historische Fragen unter den Teppich gekehrt werden, sondern davon, dass unterschiedliche Identitäten, geschichtliche Erfahrungen und politische Überzeugungen respektiert werden.
Abschließend spricht Knoll dem Südtiroler Schützenbund seinen ausdrücklichen Dank für die Durchführung des Großen Österreichischen Zapfenstreichs in Bozen anlässlich des österreichischen Nationalfeiertages aus.
„Ich danke dem Südtiroler Schützenbund und allen Beteiligten, die diese würdige Feier ermöglicht haben. Gerade am österreichischen Nationalfeiertag ist es wichtig, an die geschichtliche Verbundenheit zwischen Österreich und Süd-Tirol zu erinnern. Die Schützen leisten damit einen wertvollen Beitrag zur Bewahrung unserer Identität und unseres historischen Bewusstseins. Urzì mag diese Verbundenheit nicht gefallen. Er wird aber zur Kenntnis nehmen müssen, dass die Süd-Tiroler ihre Geschichte kennen, ihre Herkunft nicht verleugnen und sich das Recht auf Selbstbestimmung nicht absprechen lassen. Wir brauchen keine Belehrungen darüber, welches Vaterland wir haben dürfen und welche Geschichte wir erinnern dürfen. Unsere Identität ist keine Provokation. Sie ist Teil unserer Geschichte – und unser Recht auf Selbstbestimmung bleibt bestehen.“
Sven Knoll, Landtagsabgeordneter der Süd-Tiroler Freiheit




